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Geschrieben von: paps - 03.03.2011, 22:53 - Forum: Die FuTT
- Antworten (1)
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Hallo,
Ich möchte meinen Namen für die Seite der 57. Kompanie der OHS Zug 573 ergänzen:
OS Papendieck, Thomas
Mein erster (und letzter) NVA-Standort war die FuTK613. Dort habe ich bis 1992 einen PRW 13 betreut.
2 weitere Namen aus der KP sind OS Harmgardt, Sven und der leider schon verstorbene OS Langnickel, Mario. Bei denen weiß ich aber nicht mehr zu welchem Zug sie gehörten.
bye
paps
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| (VI) 2011 - 50 Jahre bemannte russische Weltraumfahrt |
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Geschrieben von: Rainer Blum - 11.02.2011, 12:11 - Forum: Die LSK / LV
- Keine Antworten
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Eine Rezension
2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt ( VI )
Der Monat Februar ist in den Rezensionen sehr geeignet, den Bogen zu spannen für die (bisher bekannten) Topereignisse über das Jahr:
„So wird der Staat das Jahr der Raumfahrt anlässlich des 50. Jahrestages des Fluges von Juri Gagarin begehen“
Aus den Meldungen der Agenturen
- dpa
- dapd / ddp (G. Kowalski)
- RIA Novosti
ergeben sich für das „Russische Weltraumjahr 2011“
eine Fülle von Aktivitäten, die – wie es scheint – alles zu sprengen vermögen, was man bis jetzt in Szene zu setzen vermochte.
Ich deutete schon an, es wird einen „Knaller“ in diesem Jahr geben und wir sind noch gespannt.
Ist es doch so, dass dieses Jahr 2011 nicht nur ein Jubiläum schlechthin, sondern „eine Sache des nationalen Stolzes“ für die russische Seele ist. Und wenn die Russen das so deklarieren, dann heißt das vor allem Substanz. Das möchte ich bewusst voranstellen.
Wie sich diese darstellt, nun, dazu lassen wir mal den russischen Premier, Wladimir Putin, zu Wort kommen.
Putin am 12.01.2011
Auf einer Versammlung in der Stadt KOROLJOW bei Moskau, wo sich das Flugleitzentrum befindet, berichtet Putin wie das „Jahr der Weltraumfahrt“ gefeiert wird:
… geplant ist eine ganze Reihe von Projekten auf dem Gebiet der Eroberung des Weltraumes…
- Es wird der Bau des neuen russischen Weltraumbahnhofes „Wostotschny“ im Fernen Osten begonnen und des Startkomplexes nebst der gesamten begleitenden Infrastruktur;
Zum Jubiläum 50 Satelliten
- geplant ist der Start von 50 (fünfzig) kosmischen Apparaten neuer Art auf erdnahe Umlaufbahnen. Überdies ein neues Regierungsprogramm der Weiterentwicklung des GLONASS- Navigationssystems, das bis zum Jahr 2020 dauern wird.
Putin unterstrich, das für Russland all das, was mit der Weltraumfahrt verbunden ist, nicht nur von traditioneller Wichtigkeit , sondern eben eine Sache des nationalen Stolzes ist.
… Es waren die Landsleute ZIOLKOWSKI, KOROLJOW, GAGARIN – die den langen Traum der Menschheit von der Eroberung des Weltraumes zur Realität werden ließen ...
- Für den 16. März ist der Start einer Sojus-Mission mit einer neuen Besatzung für die ISS geplant. Diese Mission wird am Rumpf den Namen GAGARIN tragen, an den Anzügen wird sich als Missionsemblem das mit der Abbildung Juri Gagarins und seines Raumschiffes „Wostok“ befinden, mit dem er seinen historischen Flug absolvierte.
MissionsemblemWostok1 [IMG] MissionsemblemWostok1 [/IMG]
Initiator der Emblemidee 2011 ist ein 12-jähriger aus Französisch-Guayana, wo eine russische Sojus-Startanlage im Kourou-Space-Center errichtet wurde.
In diesem Jahr wird Russland nach mehrjähriger Pause die Erforschung entfernter Weltraumregionen wieder aufnehmen.
[Hintergrund ist die vor 45 Jahren erfolgreiche Station „Luna 9“, die 1966 erstmalig Mondpanoramabilder sendete – das war der Durchbruch -wir erinnern uns schwach- es folgten Luna 10 als erster Mond-Mond und Luna-16 das Mondmobil].
- Für den Oktober 2011 ist der Start der Interplanetarsonde „Phobos“ geplant, die eine Lebewesenkapsel zum- und Gesteinsproben vom Marsmond „Phobos“ auf die Erde bringen soll.
Vermutlich gehört hierzu auch die Entwicklung der neuen „Angara-Raketen-Familie“ des Chrunitschew-Zentrums (größter Hersteller) als Basis aller künftigen Mond/Mars-Expeditionen.
*
2011 werden im förderalen Haushalt für die nationalen Weltraum-programme rund 150 Mrd. Rubel bewilligt!
Eingebunden ist das Programm für die ISS, an dem 16 Staaten teilnehmen. Alle Hauptspieler – Russland / USA / Japan / Europa – vereinbarten die Verlängerung des Betriebes der Station bis 2020.
Nun wird die NASA nach dem Ende des Shuttle-Programms nicht fristgerecht bis zum Jahr 2016 ein neues bemanntes Raumschiff bauen können.
So ist es wohl symbolisch, dass die Sojus-Raumschiffe die einzigen sein werden, die die Astronauten weiterhin in das All tragen.
Um den Zeitplan flexibler zu machen, werden [künftig statt vier, nun fünf Raumschiffe jährlich zur Verfügung stehen.
Aber nicht nur das – 2012 / 2013 wird mit „Luna-Ressours“ und „Luna-Glob“ der erste Start zum Bau einer ständigen russischen Mondbasis mit einem Modul von zunächst 80m³ geplant.
Diese wird so konzipiert, dass im Falle eines Falles (als integrierte Lösung) auch den amerikanischen oder chinesischen Kollegen geholfen werden kann oder umgekehrt.
Bleiben wir ganz aktuell zum Schluß:
Am 28 Januar brachte ein automatischer Progress M-Frachter an der Spitze eines Sojus-U Trägers 2,7 Tonnen Nachschub auf die ISS.
- Dabei ein Kleinsatellit, der am Mittwoch, dem 16.Februar von zwei russischen Astronauten bei einem Ausstieg per Hand ausgesetzt wird.
Dieser 30 Kg schwere Sputnik, der nach dem Funk-Code Juri Gagarins als erstem Menschen im All benannt ist - „Kedr“ (Zeder)–
wird am Vorabend des 50. Jahrestages des historischen Fluges vom 12. April 1961
[ALIGN="center]25 Botschaften in 15 Sprachen sowie Fotos und wissenschaftliche Informationen rund um die Erde ausstrahlen.[/ALIGN]
Ist das vielleicht der Knaller?
Auf jeden Fall ein einmaliges, würdiges Ereignis - die Raumfahrtagenturen der Welt werden wach sein.
[Aktuelle Einfügung:
Das geplante Aussetzen des Minisatelliten konnte am 16. Februar nicht realisiert werden und soll im Juli nachgeholt werden. Die Programmausstrahlungen zum 12. April werden trotzdem realisiert - Ehrensache!]
Ein Nachsatz:
Am 13. Februar feiert ein gewisser Sigmund Jähn … aus Morgenröthe-Rautenkranz [ALIGN="center]seinen 74. Geburtstag.[/ALIGN]
Wir gratulieren!
Und eben gibt es noch die folgende Meldung der Leibnitz-Sozietät (hervorgegangen aus der Akademie der Wissenschaften der DDR), die ich flugs hinzufüge:
Leibniz-Sozietät wählt Sigmund Jähn zum Ehrenmitglied
Berlin, 2. Februar 2011
– Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. hat den ersten Raumfahrer Deutschlands, Dr. Sigmund Jähn, zum Ehrenmitglied gewählt. Damit würden seine “außerordentlichen Verdienste um die Förderung der Weltraumwissenschaften” gewürdigt, teilte die Gelehrtengesellschaft am Mittwoch in Berlin mit. Die entsprechende Urkunde werde Jähn am 7. April 2011 auf der Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät zum 50. Jahrestag der bemannten Raumfahrt übergeben.
*
Nun für Alle weiterhin – seid recht neugierig 2011!
RAINER
Mein letzter Nachsatz heute:
Erstes ISS-Modul “Sarja” vollendet 70.000. Erdumkreisung
Credit: NASA
Koroljow, 4. Februar 2011 – Jubiläum
Jubiläum auf der Internationalen Raumstation ISS: Das erste Modul der Station, der russische Funktions- und Lagerblock (FGB) “Sarja” (”Morgenröte”), hat am Freitagvormittag seine 70.000. Erdumkreisung vollendet.
Die Jubiläums-Runde habe um 10.26 Uhr deutscher Zeit begonnen und sei um 11.58 Uhr abgeschlossen worden, teilte das Raumflugzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit.
Das Modul beherbergt insgesamt 31 Systeme für die Steuerung des Bordkomplexes, den Informationsaustausch Orbit-Erde und andere Aufgaben innerhalb der ISS. Dazu gehören Annäherungs- und Kopplungs- sowie Telemetrie-, Lebenssicherungs-, Energieversorgungs- und Steuerungssysteme.
An der Außenhaut des zylinderförmigen Moduls befinden sich eine Triebwerksanlage mit insgesamt 42 Korrektur-, Annäherungs-, Kopplungs- und Stabilisierungstriebwerken, 16 Tanks für rund 6 Tonnen Treibstoff sowie Sonnenbatterien, Elemente des Wärmeregulierungssystems, Antennen und andere lebensnotwendige Anlagen.
“Sarja” ist 12,6 Meter lang und hat einen Durchmesser von 4,1 Metern. Seine Masse beträgt rund 24 Tonnen. Das Modul war am 20. November 1998 als erster ISS-Baustein vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) mit einer schweren “Proton-K”-Trägerrakete ins All geschossen worden. Schon am 6.
Dezember wurde der US-Verbindungsknoten “Unity” angedockt.
Die ISS, die seit November 2000 bemannt die Erde umkreist, besteht derzeit aus 13 Modulen mit 900 Kubikmeter Rauminhalt. Der Komplex hat die Ausmaße eines Fußballfeldes und eine Masse von rund 400 Tonnen. In ihm haben bisher 200 Astronauten gearbeitet.
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| Ehemalige des FUTK-613/ EK 84-2 |
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Geschrieben von: bernd.f - 08.01.2011, 13:44 - Forum: Gesucht wird ...
- Keine Antworten
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Hi Leute. Bin heute auf diese tolle Seite gestoßen. Gibt es hier noch EK84-2, die mit mir gedient haben ? 4ter von Links auf dem Foto :prost:
Bitte meldet euch mal ! Wie geht es euch allen so ? Was macht ihr jetzt ?
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| (V) 2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt |
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Geschrieben von: Rainer Blum - 07.01.2011, 17:40 - Forum: Die LSK / LV
- Keine Antworten
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Liebe Freunde,
in der Hoffnung, dass alle „gut rübergekommen“ sind, meine besten Wünsche für Gesundheit und für die angenehmeren Dinge des Lebens im neuen Jahr.
Und was ich noch flüstern wollte:
Das GAGARIN-JAHR 2011 ist da !
Wenngleich es auch nicht jeden von uns „Erlebnisschülern“ gleichermaßen berührt – irgendwie hängt es mit unserer persönlichen Historie zusammen, ob man will oder nicht.
So besehen will ich anlassbezogen gern noch paar Dinge in den „Rezensionen“ beleuchten.
Vorausschicken kann ich schon mal, dass die Russen 2011 noch einen „Knaller“ starten werden, was man von „D“ kaum erwarten kann.
Eine Versorgungsmission (März) zur ISS wird erstmalig den Namen JURI GAGARIN tragen, aber das ist gewiss noch nicht der „Knaller“. Wir dürfen echt gespannt sein, auf was sich die russische Nation vorbereitet!
Heute geht es mir um ein unglaubliches Menschenschicksal in dem Artikel
„Tragik und Triumpf“: Namenlos und in Orten ohne Namen bis zu seinem Tod –
ein Mann, der die SU zur führenden Weltraumnation machte…„
… selbst im Kreml durfte – wenn überhaupt – sein Name nur geflüstert werden …“
So wünsche ich ein nachdenkliches Lesen, wer die Zeit sich nehmen mag.
Herzlichst
Rainer
Sergej P. Koroljow zum 104. Geburtstag am 12. Januar 2011
- Ein Artikel in den Rezensionen „2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt“
Tragik und Triumph
Wie der Gulag-Häftling Sergej Koroljow die UdSSR zur führenden Weltraumnation machte –
Zum 100. Geburtstag des genialen Wissenschaftlers und Konstrukteurs am 12. Januar 2007
Berlin – Kaum eine Biografie spiegelt die Tragik und den Triumph der Ex-UdSSR so deutlich wider wie die von Sergej Koroljow (1907-1966). Der “Vater der modernen sowjetischen Raumfahrt”, wie er gern offiziell apostrophiert wird, entkam nur knapp dem Tod in Stalins Gulag und machte dennoch sein Land zur führenden Weltraumnation. Er baute mit der R-7, der “Semjorka”, die erste Interkontinentalrakete der Welt, deren berühmtester ziviler Ableger “Sojus” bis heute(´07!) über 850 Mal gestartet ist. Und mit dem legendären “Sputnik 1″ (1957) und Juri Gagarin (1961) stieß Koroljow für die Menschheit das Tor zum All auf.
Seinen 50. Geburtstag am 12. Januar 1957 musste der geniale Wissenschaftler, Konstrukteur und Organisator noch inkognito begehen. Aus übertriebener “bolschewistischer Wachsamkeit” wurde sein Name bis zu seinem überraschenden Tod 1966 geheim gehalten.
Auf die Anfrage des Stockholmer Nobelpreiskomitees, wer denn der Schöpfer des “Sputnik” sei, ließ Parteichef Nikita Chruschtschow antworten: “Das ganze sowjetische Volk!”
Der große Antipode Wernher von Brauns, mit dem er in einem erbitterten Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltraum stand, litt sehr unter der Anonymität, die er mit allen führenden Raumfahrtexperten seines Landes teilte. Dennoch arbeitete er als guter Patriot verbissen weiter und schickte vier Jahre später mit Gagarin den ersten Menschen in den Weltraum.
Dabei hätte Koroljow eigentlich allen Grund gehabt, das Regime zu hassen. Denn 1938 hatte ihn ein karrieresüchtiger Ingenieur denunziert. Stalins Geheimdienstchef Jeshow ließ ihn verhaften, foltern und als “Volksschädling” für zehn Jahre zur Zwangsarbeit nach Sibirien verbannen. Aus dem Lager im so genannten Kolyma-Trakt wandte sich Koroljow mehrfach an den Obersten Gerichtshof und auch an Stalin persönlich. Er beteuerte seine Unschuld und bat, seinen Fall erneut zu verhandeln. Er schrieb: “Ich bitte Sie, mir Gelegenheit zu geben, meine Arbeit an Raketenflugzeugen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der UdSSR fortzusetzen.” Im Herbst 1940 holte der berühmte Flugzeugkonstrukteur Andrej Tupolew, der selbst Gefangener war, Koroljow nach Moskau in das Besondere Technische Büro (OTB), das zu den NKWD-Speziallagern gehörte. Der einstige Tupolew-Schüler entwickelte hier Zusatzraketen für Kampfflugzeuge. Ab 1944 arbeiteten Koroljow und weitere namhafte inhaftierte Spezialisten, darunter sein künftiger Nachfolger Wassili Mischin, an den Grundlagen für den späteren sowjetischen “Raketenschild”. Hier studierte er auch erstmals Teile von Hitlers “Wunderwaffe”, der V-2, die von der vorrückenden Roten Armee in Polen erbeutet worden waren. Ein Jahr später sammelte Koroljow selbst im Nachkriegsdeutschland alles ein, was er von der V-2-Produktion finden konnte.
Bereits im Oktober 1948 startete die UdSSR erfolgreich ihre R-1, ein Nachbau der V-2. Und 1953 begann Koroljow mit der Entwicklung der R-7 als Grundpfeiler des atomaren “Raketenschilds”. Die zivilen Varianten der legendären “Semjorka” haben seit 1957 nicht nur die “Sputniks” sowie Mond-, Mars- und Venussonden, sondern auch die rund 100 sowjetischen/russischen Kosmonauten und viele ausländische Astronauten, darunter fünf deutsche, ins All getragen.
Als erfolgreichster Ableger leistet die “Sojus”-Trägerrakete seit 1967 treue Dienste und versorgt derzeit mit der gleichnamigen Raumkapsel und deren Frachtversion “Progress” zuverlässig die Internationale Raumstation ISS mit Menschen, Treibstoff und Material.
Koroljow, erst seit 1957 (!!!) voll rehabilitiert, hat den Jungfernflug seines “Sojus”-Raumschiffs, das eigentlich bemannt zum Mond fliegen sollte, nicht mehr miterlebt.
Er starb 1966, zwei Tage nach seinem 59. Geburtstag nach einer Krebsoperation, da in der Moskauer Klinik keine Geräte zur Reanimation zur Verfügung standen (!) – Anm.: R.B.
Koroljows Rakete leistet noch heute in der neuesten Version unverzichtbare Dienste bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS mit Menschen und Material. Denn keiner seiner Nachfolger vermochte es, seinen Platz auch nur annähernd auszufüllen und einen besseren Träger zu bauen.
- Quelle: Gerhard Kowalski, veröffentlicht am 9. 1. 2007 für die Nachrichtenagentur ddp
Hier sein Monument in Baikonur über den Link:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?titl...0503061924
Ein Schicksal, welches auch für uns – die wir durchaus „Patriotismus“ gelernt haben - nur schwer nachvollziehbar ist. Vor dieser Größe darf man sich verneigen.
Ich bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit
Rainer
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| dienstelle barth |
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Geschrieben von: dieterliebrenz - 02.01.2011, 16:35 - Forum: Die LSK / LV
- Antworten (2)
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ein neuer versuch im neuen jahr !!!!
meine zeit in barth war 75/76 !!!
war tlf fahrer bei den batzen,kompaniechef war major
janek,zugführer hauptmann pirl. stabschef major marschall
chef der truppe oberstleutnant bernhardt.
für die richtige schreibweise geb ich keine garantie!!!!!
würde mich freuen wenn es noch ehemalige gibt.
tlf dieter
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| Zum Neuen Jahr |
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Geschrieben von: Rainer Blum - 28.12.2010, 19:41 - Forum: Die LSK / LV
- Keine Antworten
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Zum Neuen Jahr[SMILIE][/SMILIE]
Liebe Freunde,
ausgangs des inzwischen zehnten Jahres im neuen Jahrtausend wünsche ich allen „Stöberern“ und Lesern im Forum ein „gutes Rüberkommen“ in das neue Jahr.
Wer mich ab und zu gelesen hat, weiß, dass mir der Jahrestag am 12. April zu „50 Jahren bemannter Raumfahrt“ besonders am Herzen liegt.
Wir erlebten es ja live und das kann nicht jeder von sich sagen. Das demzufolge auch der Zahn der Zeit an uns nagte, wollen wir verstecken. Soviel Stolz muß sein.
Ich glaube nicht, dass dieses Ereignis in Deutschland eine besondere Würdigung erfahren wird – bis auf (und das kann ich heute schon erfreut mitteilen) die Kosmos-Ausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz, -Sigmund Jähn- die eine Sonderausstellung installieren wird!
Auch der bekannte Luft- und Raumfahrtjournalist Gerhard Kowalski bemüht sich, mit einer russischen Co-Autorin sein neues Buch über Juri Gagarin zur Leipziger Buchmesse fertigzustellen. Wir dürfen gespannt sein …
Für alle, die gern auch mal Originalmeldungen lesen – hier der Link zur „Stimme Russlands“ (in deutsch) über das Ereignis:
http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4007149/6211943/
(Land und Leute – Die russische Weltraumfahrt heute)
oder auch – nicht ganz so ernst zu nehmen:
http://german.ruvr.ru/2010/12/28/38140271.html
(Väterchen Frost spricht mit der ISS –tatsächlich!)
-Hier kann man auch lesen, dass die „Proton-M“ den geplanten Transport des franz. KA-SAT Satelliten von EUTELSAT starten wird.
Die Ursache der pazifischen „Wasserung“ der GLONOSS-Satelliten Anfang des Monats war eine Übertankung der Oberstufe, somit kein technisches Raketenproblem.
Mit des besten Überwasser-Wünschen für das Jahr 2011, Gesundheit und alles Gute in der Familie und wer mag- ab und zu mal bis zum Jahrestag hier rein geschaut
Herzlichst
RAINER
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| Gesucht wird Detlef Arndt |
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Geschrieben von: Rainer Merzdorf - 26.12.2010, 14:32 - Forum: Gesucht wird ...
- Antworten (3)
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Hallo Mitkämpfer,
von den ehemaligen Angehörigen des FuTB-31 Mj.a.D R. Merzdorf und Ofw.d.R. B. Frontzek wird Detlef Arndt gesucht. Detlef war auf der P-35 in der FuTK Dahme, später in der FuMW des FuTB-31, Stellv. K TA FuTB-41 und (?)Ltr. FuMW-31.
Wer hat Detlef einmal getroffen, hat Kontakt zu ihm oder kennt seinen Wohnort bzw. Telefonnummer?
Wir freuen uns über jeden Hinweis in diesem Forum oder unter rameko@web.de bzw 0160 857 84 63.
Danke!
Rainer Merzdorf
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| (IV) 2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt |
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Geschrieben von: Rainer Blum - 03.11.2010, 13:40 - Forum: Die LSK / LV
- Keine Antworten
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Eine Rezension
2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt ( IV )
„Laika“–die Weggefährtin
* zum 03.11. *
(gekürzt)
Liebe Freunde,
die Würdigung dieses Ereignisses übernehme ich mal von „BBC – News“ und von der „NASA“. Ich denke, wir wissen, dass sich die NASA weniger mit „Brez´n und dem Maß Bier“ beschäftigen, respektive somit diesem Ereignis ein beachtlicher Stellenwert zukommt bzw. eingeräumt wird. Heute noch!
Damit bleiben wir auch global und sind nicht provenzial geprägt : Hier dazu die
BBC News 3. November - im Rückblick :
1957: Russians launch dog into spaceThe Soviet Union has launched the first ever living creature into the cosmos.
BBC original-photo (Link unten)
http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates...191083.stm
und Zweitens : Die NASA
National Space Science Data Center
- reingeschaut am Thursday, 21 October 2010 !
Zum Sputnik 2
NSSDC ID: 1957-002A
Description
Sputnik 2 was the second spacecraft launched into Earth orbit and was the first biological spacecraft...
Wer möchte - hier der direkte Link zur NASA – Detailseite
Sputnik 2:
http://nssdc.gsfc.nasa.gov/nmc/spacecraf...=1957-002A
Wir bemerken: Alles im Detail ist ausgewertet. Schlussfolgerung: Es muß wohl wichtig gewesen sein!
Wie wichtig, dazu kommen wir jetzt:
Seit „Sputnik 1“ am 4. Oktober 57 lasen wir
…der Westen war geschockt und gab sich überrumpelt, obwohl die Russen diesen Start schon lange zuvor angekündigt hatten.
Doch es sollte noch schlimmer kommen: Bereits einen Monat später wurde Sputnik II und mit ihm die Hündin Laika, ins All geschossen.
Und das war nicht angekündigt, nichts deutete darauf hin und traf somit buchstäblich in das Mark.
Der erste "Space Dog": Laika
Laika war …dabei aus der Sicht der Militärs gar nicht so wichtig. Ein anderer Fact war viel schwergewichtiger: Sputnik II wog mehr als eine halbe Tonne!
Das atomare Wettrüsten begann!
Die Russen hatten damit bewiesen, dass sie über leistungsfähige Interkontinental-Raketen verfügten, die gegebenenfalls auch Atombomben über weite Strecken transportieren konnten. Die Propaganda-Maschinerie beider Parteien des kalten Krieges lief nun auf Hochtouren und trieb den kalten Krieg in eine erste heisse Phase. Für die Sowjets war Sputnik der Beweis, dass der Kommunismus das überlegene Gesellschaftssystems sei, und für den Westen bot Sputnik die Legitimation für ein Wettrüsten, um den (vermeintlichen) Technologie-Rückstand aufzuholen.
Im Westen wird der Ruf laut: Neue Ingenieure braucht das Land
Denn die Folgen des Sputnik-Schocks waren im Westen nicht nur moralisch negativ. Da man eine wesentliche Ursache des "Nachhinkens" im veralteten Bildungssystems ausmachte, wurde eine Reihe von Bildungs-Reformen eingeläutet..., die Vorschulerziehung wurde professionalisiert und eine Reihe von neuen, innovativen Schultypen ins Leben gerufen.
Das hätte sich Laika natürlich nicht träumen lassen …
Ich glaube, es gibt keinen Namen mit annähernd dem Bekanntheitsgrad wie „LAIKA“.
Was ist auch nicht alles nach ihr benannt worden:
- Schokolade, Zigaretten, Campingmobile, Verlage, Souveniere ohne Ende.
Ebenso wird immer noch ohne Ende emotional und wissenschaftlich über dieses Experiment geschrieben und gestritten.
Ihr wurden Denkmale zuteil, wie im Link:
http://www.google.de/images?q=Laika+Memo...CC0QsAQwAA
Doch der Reihe nach:
Unter Tierfreunden vielleicht bekannt, hatte sie verschiedene Namen und Spitznamen, darunter Kudryavka (russisch für Little Curly),
war ein Mischling, 3 Jahre alt, vermutlich Husky und Terrier und wurde ursprünglich von Moskaus Straßen aufgenommen. Damit kannte sie Hunger und Kälte, war vom Temperament eher phlegmatisch und stritt nicht mit anderen Hunden.
Sie wurde vom russischen Raum-Biowissenschaftler Oleg Gazenko
mit den anderen zwei Hunden „Albina und Muschka" ausgewählt und geschult.
(Man hatte erkannt, das Hunde für diese Experimente am besten geeignet waren).
Alle drei Tiere gehörten zum Höhenforschungsprogramm und hatten suborbitale Flüge hinter sich. „Albina“ zwei und war gleichzeitig das Ersatztier für Laika. „Muschka“ war für Instrumententests und Lebenserhaltungsgeräte gewählt..
Zur Vorbereitung der Mission
Im Trainingsprogramm vorher wurden sie an immer kleinere Käfige gewöhnt, in der Zentrifuge an die Beschleunigung. Akustisch und mit Vibration an die Startmomente sowie an eine Gel-Nahrung.
Es wird berichtet, dass ein Wissenschaftler sie in dieser Zeit auch mit nach Hause nahm zu den Kindern zum spielen, um ihr Freude zu geben für ihre bemessene Lebenszeit. Wenn Laika auch für die Wissenschaft bestimmt wurde, sie war ein soziales Wesen. Nur, sie wusste eben nicht, dass sie für die Menschen geopfert werden sollte.
Hier spielt leider wieder der kalte Krieg die Hauptrolle. So war wegen der Zeitbedrängnis von Anfang an kein Rückkehrmodul für dieses Mission vorgesehen, so traurig, wie dieses auch heute stimmen möge.
*
Laikas Unterbringung im Raumflugkörper erfolgte drei Tage vor dem Start der Mission.
Zwei Betreuer wurden beauftragt, Laikas Zustand ständig zu prüfen. Direkt vor dem Start der Rakete reinigte man Laikas Fell mit einer schwachen Alkohollösung. Auf wichtige Stellen ihres Körpers strich man Iod und befestigte dort Sensoren, die ihre Körperfunktionen überwachen sollten.
Die druckregulierte Kabine von Sputnik 2 war innen gepolstert und bot so viel Raum, dass Laika stehen oder liegen konnte. Ein Lüftungssystem versorgte die Zelle mit Sauerstoff, und ein Ventilator kühlte sie, sobald die Innentemperatur 15 °C überstieg. Nahrung und Wasser war in Gelform vorhanden. Laika wurde mit einem Korsett versehen und Elektroden zur Messung der Vitalfunktionen. Die telemetrisch übermittelten Informationen zeigten an, dass Laika aufgeregt war, aber Nahrung zu sich nahm.
Zur Mission selbst
Am 3. November 1957 um 2:30 Uhr startete die Rakete vom Kosmodrom Baikonur.
Während der ersten Minuten nach dem Start zeigten die Sensoren an, dass Laikas Puls auf den dreifachen Wert des Ruheniveaus stieg. Nachdem sie die Schwerelosigkeit erreicht hatte, sank ihr Puls wieder; allerdings dauerte das dreimal so lange wie bei den vorangegangenen Tests am Boden. Das deutete auf hohen Stress hin.
Nach etwa fünf bis sieben Stunden Flugzeit wurden vom Raumflugkörper keine Lebenszeichen mehr übermittelt
Die Kapseltemperatur stieg unplanmäßig auf ein hohes Maß an. Wahrscheinlich war der Grund für den Temperaturanstieg, dass sich ein Teil der Hitzeabschirmung von der Kapsel löste. Das Kontrollsystem war wegen dieses Defekts überfordert, die Innentemperatur wieder herabzuregeln. In der Folge stieg die Temperatur in der Kapsel auf 40 °C, was Laikas vorzeitigen Tod verursachte.
Allerdings wurde diese Erkenntnis erst im Jahr 2002 auf dem World Space Congress in Houston von einem am Sputnik-2-Programm beteiligten Biologen erklärt. Bis dahin kursierten eine Vielzahl von Gerüchten.
Dr. Malaschenkow belegte, dass es in der kurzen Zeit damals faktisch unmöglich gewesen sei, ein verlässliches Regelsystem zu bauen.
- Fünf Monate später, nachdem Sputnik 2 die Erde 2570 mal umlaufen hatte, wurde dieser Satellit beim Wiedereintritt in die Atmosphäre am 14. April 1958 endgültig zerstört. Die Reste von Sputnik 2 verbrannten über der Karibik.
Die wichtigste Erkenntnis:
Bisher wusste niemand, ob in der Schwerelosigkeit ein Leben überhaupt möglich ist. Insofern waren auch die wenigen Stunden, in denen Sputnik 2 die ersten biomedizinischen Daten aus dem All übermittelte, ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte.
*
Es gab natürlich im Westen eine Tierrechtsdebatte über den Missbrauch im Namen der Wissenschaft.
Im Ostblock kannte man keine solche Kontroverse.
Erst nach dem Ende des Kalten Krieges drückten jedoch zahlreiche Mitarbeiter im Sputnik-Projekt ihr Bedauern über Laikas Opfertod aus.
Oleg Gasenko, ehemals Laikas verantwortlicher Ausbilder und führender Raketentechniker, äußerte sich 1998 öffentlich folgendermaßen zu Laikas Tod:
„Je mehr Zeit vergeht, desto mehr tut es mir leid. Wir haben durch die Mission nicht genug gelernt, um den Tod des Hundes zu rechtfertigen.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
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Nun – der Laika folgten andere Hunde, die alle zur russischen Erde wieder zurückkehrten, wie „Belka“ und „Strelka“ am 20 August 1960 mit der Sputnik-5 Mission, die den Flug des Menschen, Juri Gagarin, halfen vorzubereiteten.
Laikas Flug ins All aber machte sie wohl zu einem der bekanntesten Hunde überhaupt. In Moskau, an einem Monument zum Gedenken an die tödlich Verunglückten unter den Kosmonauten, ist in einer Ecke der Erinnerungstafel auch Laika zu sehen, wie an vielen anderen Orten auch.
Meine Betrachtung zu diesem –denkwürdigen- Meilenstein der Weltraumforschung möchte ich mit einem sehr schönen Online-Denkmal abschließen:
http://www.novareinna.com/bridge/laika.html
Eine bewegende Geschichte für diesen 3. November, nicht nur für Tierfreunde.
Herzlichst Rainer
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| (III) 2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt |
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Geschrieben von: Rainer Blum - 19.10.2010, 12:03 - Forum: Die LSK / LV
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Eine Rezension
2011 - 50 Jahre bemannte russische Raumfahrt ( III )
Die unbekannten Helden * zum 24. Oktober *
- Gekürzt -
Ich schreibe, um ihnen, den „unbekannten Helden“, ihren gebührenden Namen zu erhalten.
Am 24. Oktober jeden Jahres gibt es in Baikonur keinen Start und es wird nicht gearbeitet.
An diesem Tag gibt es nur friedliche Stille.
Die Menschen dort gedenken an diesem Tag der Opfer des größten bekannt gewordenen Raketenunfalls – eingegangen in die Geschichte auch unter dem Synonym – das „Nedelin-Desaster“.
Dieses Ereignis, eher - diese Katastrophe-, trug jahrzehntelang den Status „GVS“. Erst 30 Jahre später wurden es mehr oder weniger öffentlich.
Obwohl es den US-Amerikanern nicht gänzlich verborgen blieb, gab es journalistisch erstaunlicherweise kaum Reaktionen.
Vorgeschichte:
G. Kowalski schreibt in seiner „Gagarin-Story“: „Im März 1992 wurde eine Tatsache enthüllt, die zwar einer echten Sensation gleichkommt, aber weder von den Medien noch von der Öffentlichkeit als solche wahrgenommen wurde.
Aus einer Akte des ZK der KPdSU ging hervor, dass Gagarin schon zu einem früheren Zeitpunkt, und zwar vier Monate eher, im Dezember 1960 hätte starten sollen. Das Vorhaben wird als „Aufgabe von besonderer Bedeutung“ hervorgehoben.
Das heißt nicht mehr und nicht weniger, dass die SU die Ära des bemannten Raumfluges erheblich früher einläuten wollte...Das aber aus diesem (geheimen) Dezember-Termin nichts wurde, ist unser Thema.
Denn eine Woche nach diesem Beschluss kam es zur folgenschwersten Katastrophe.
Im September des Jahres wird Chruschtschow der Prototyp einer Rakete vorgestellt, die genau in sein Konzept passt. Er war begeistert, denn er wollte der UNO-Vollversammlung am 15. Oktober die beispiellose Reduzierung seiner Truppenstärke auf 1,2 Mio Mann verkünden.
Den Kampfkraftverlust hätte eben diese neue Interkontinentale locker ausgeglichen (was natürlich nicht gesagt wurde).
Der Coup mit der Rakete war natürlich erst dann perfekt, nachdem diese erprobt und einsatzbereit war. Verständlich. Deshalb trieb er zur Eile, einer Eile, die Kamanin "verbrecherisch“ bezeichnete. Auf alle und auf alles wurde Druck ausgeübt ... Marschall Nedelin, der vor knapp einem Jahr zum Chef der strat. Raketentruppen ernannt wurde, gab Anfang Oktober grünes Licht für den Erststart am 22. Oktober.
Es ist Michail Jangels neue R-16, die erste strat. Interkontinentale.
Mit 124 t Treibstoff steht sie auf dem neuen Startplatz Nr. 41 , doch zweimal muss der Termin verschoben werden, da Lecks entdeckt wurden.
Der Chef einer der Startmannschaften, Hptm. Pawlow, schilderte später, dass bemerkt wurde, das aus Versorgungsleitungen Treibstoff tropfte. Also wurden die Verbindungsstücke abgedichtet, festgezogen. Dass aber die Flüssigkeit Löcher in die Gummihandschuhe fraß (!) nahm man so hin … Die Leute waren sich der Gefährlichkeit einfach nicht bewusst. Man könnte sagen, so sieht ein Stück russischer Mentalität aus. Eine Aufgabe wird erledigt, es wird nicht hinterfragt oder diskutiert. UDMH ist aber hochgiftig, der Oxidator Salpetersäure 98% hochätzend.
Wie gefährlich das war, erfuhren sie erst später (sehr bemerkenswert!).
Nun, nach Schadensbehebung, wurde der Start neu für den folgenden Tag angesetzt. Doch wieder musste der Count-down unterbrochen werden, da ein Ventil ...nicht in Ordnung war. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren,
befahl Nedel die Schadensbehebung, ohne den Treibstoff zuvor abzupumpen und setzte als entgültigen Starttermin den 24.Oktober fest. Eine fatale Entscheidung! Aber dem politischen Druck konnte sich letztendlich keiner entziehen.
Man war in der Einstundenbereitschaft, als 18:30 die Techniker letzte Hand anlegten.
Von den Verzögerungen genervt, hält sich Nedelin an der Plattform auf und verfolgt die Arbeiten. Keiner der anderen Militärs und Vorgesetzten traut sich deshalb, diesen Bereich zu verlassen und den Bunker aufzusuchen, obwohl sie sehr wohl um die Gefahren wissen.
18:45 verlassen die te. Dienste den Bereich, als Pawlow das typische Geräusch eines startendes Raketenmotors vernimmt und ihm schlagartig bewusst wird: Da ist irgend etwas passiert!
Der Startplatz hüllt sich augenblicklich in Feuer und Rauch. Er erreicht noch, selbst brennend, eine Baracke, kommt als erstes Opfer in ein Krankenhaus, liegt 3 Tage im Koma und verlässt es nach einem Jahr als Letzter. Andere starben in der Zeit an den Verletzungsfolgen Verbrennung und Vergiftung.
Der Untersuchungsbericht der Regierungskommission: Geheime Verschlusssache
Technischer Befund der Kommission zur Aufklärung der Ursachen der Katastrophe mit dem Gerät 8K64 Nr. LD1-ST während seiner Vorbereitung zum Start durch das Truppenteil 11284 am 24. Oktober 1960
...
… erkennt die technischen und menschlichen Ursachen. Es entstand im Steuerungssystem in der Verkettung bei einer Operation durch das unbeabsichtigte Öffnen von Ventilen zum Zünden der zweiten Stufe.
Der mit 3000 m/s austretende Feuerstrahl schneidet die darunter befindliche 1. Stufe förmlich auf. Innerhalb von 90 Sekunden verbrennen die 124 Tonnen Treibstoff.
Der Feuersturm, die giftigen Dämpfe und die ätzenden Komponenten machen jegliches Weglaufen unmöglich. Die genaue Anzahl der Opfer ist bis heute nicht klar. Man findet Zahlen von 92 bis … darunter 57 hohe Militärs. 74 Spezialisten kamen sofort im Feuerball um.
Oltn. Klimow erhielt den Befehl zur Bergung, da er am Nächsten war. Er erkannte, dass nur mit Schutzmasken (!) nichts zu machen war, so musste gewartet werden, bis sich die giftigen Dämpfe verzogen. Er berichtete später, das niemand mehr nach seinem Äußeren erkannt wurde.
Von Marschall Nedelin
wird nur noch der Überrest seines Ordens „Held der Sowjetunion“ gefunden.
Von anderen bleibt nur ein Schatten auf dem Boden, oder können nur noch an Hand des Wohnungsschlüssels identifiziert werden ...
Es stellt sich die Frage nach der Schuld, doch so einfach ist diese nicht zu beantworten.
Nedelin ? Der selbst auf der Rampe noch zwei mal ans Kreml-Telefon gerufen wurde?
Er selbst wusste um die Gefährlichkeit der Arbeit an der vollgetankten Rakete.
Kurz vor der Katastrophe ließ er noch mal den Startplatz durchkämmen und rettete so 100 Personen das Leben.
Konopljow, Chefkonstrukteur des Steuerungssystems, geriet in das Kreuzfeuer, doch er war tot und konnte nicht verantwortlich gemacht werden, falls man das wollte.
Chefkonstrukteur Michail Jangel? Gleichzeitig Technischer Leiter der R-16 Erprobung, der zufällig überlebte, da er zu der Zeit auf eine Zigarette im Bunker war.
Er war es, der dem Kreml den Lagebericht durchgab.
Und Chruschtschow fragte wutentbrannt zurück: Und du, warum hast du überlebt? Unter den Toten sind namhafte Wissenschaftler wie Berlin und Konzewoj...
Schwerverletzt hat auch der Chef des Kosmodroms General Gertschik überlebt.
Michail Jangel hat dieses Trauma, einen Tag vor seinen 49. Geburtstag, nie verwunden und starb einen Tag nach seinem 60. Geburtstag 1971.
Lassen wir noch mal den Zeitzeugen, Hptm. Pawlow, zu Wort kommen. 1990 öffnet er sich in der Krasnaja Swesda:
... Es herrschte aber auf den Startplätzen immer die Atmosphäre, bei der auch kleinste Defekte gründlich untersucht wurden. Nedelin hätte vor die Wahl gestellt, Start oder nicht, immer negativ entschieden, bis zur Klärung. Chefkonstrukteur Jangel verlangte immer Qualitätsarbeit. Irrt sich jemand, wird in jedweder Startphase unterbrochen, so war seine Devise.
Doch bei der R-16 war alles anders. Natürlich war die Arbeit an der betankten Rakete verboten, doch keiner zweifelte am erfolgreichen Start am 24. Oktober.
Im normalen Startzyklus wäre der Fehler im Steuerungssystem nie aufgefallen. Man befand sich aber in der Einstundenbereitschaft nach zwei Abbrüchen. ...
Da das Bordenergiesystem aktiv war, sprach fatalerweise ein ... Ventil der zweiten Stufe an. Ein Sicherungssystem hätte dieses nicht zulassen dürfen.
Bei einer normalen Startvorbereitung wäre dies auch ohne Bedeutung, da die Bordstromversorgung abgeschaltet wäre, der Schaltvorgang somit ohne Wirkung.
Im Finden der Schuldfrage heißt es nun bei Gertschik:
[B]- Hauptschuldig sind der Kalte Krieg, das Wettrüsten und die Psychologie der Abschreckung.
In einer solchen Atmosphäre haben wir gearbeitet, und jeder hat gedacht, dass es in nicht geringem Maße von seiner persönlichen Arbeit, seinem Diensteifer, seiner Initiative und seinem Wissen abhängt, ob der Dritte Weltkrieg abgewendet werden kann, der der Welt mit einer Apokalypse drohte.[/B](G.Kowalski: Die Gagarin-Story)
Damit wurde auch niemand zusätzlich belastet und mit den verbliebenen Spezialisten mussten danach die gesteckten Ziele erreicht werden und wurden auch.
Die Namen der 74 Opfer, der unbekannten Helden, auf der Gedenktafel mit Stand 26.10.1960 sind auf
http://www.peterhall.de/rvsn/disaster/disaster3.html
festgeschrieben und der Nachwelt erhalten.
Das ist aber leider noch nicht der Schlusspunkt.
Auf den Tag genau, drei Jahre nach dem Supergau, am 24. Oktober 1963 kommt es auf dem Kosmodrom zu einem weiteren schweren Unglück.
Bei einem Brand in einem R-9 Raketensilo sterben sieben Techniker .
Ihnen wurde in Baikonur ebenfalls ein Denkmal gesetzt.
Seit dieser Zeit ist der 24. Oktober in Baikonur Gedenktag .
[B]Das alles um die unbekannten Helden bewegte mich, es zusammenfassend aufzuschreiben. Und ich meine, sie, diese Helden, gab es immer wieder!
Herzlichst
Rainer
Quellen
G. Kowalski „Die Gagarin-Story“, neben versch. Wikipedia-Dok. http://www.peterhall.de/index.html,
Auch http://www.russianspaceweb.com/r16.html u.a.
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